Türöffnung: 19:30 Uhr
Beginn der Show: 20:30 Uhr
Gottfried Kellers Novelle von 1860 ist ein Paradebeispiel für subtil politische Kritik. Sieben Zürcher Handwerker und Gastwirte, alles altgediente Freiheitskämpfer und grimmige Revolutionäre, leben nach Gründung des modernen Bundesstaates in einer skurrilen Mischung aus Stolz und Spiessertum, Aufrichtigkeit und Sprücheklopferei. Diese Aufrechten wollen zum ersten Mal am «Eidgenössischen Freischiessen» unter eigenem Fähnlein teilnehmen.
Aber schon zu hause beginnt die wahre Politik: Der reiche Zimmermann Frymann will seine Tochter Hermine nicht Karl, dem Sohn des armen Schneiders Hediger überlassen, zugeheirateter Reichtum verderbe den Charakter.
Als der Festtag naht, haben die sieben Aufrechten ein Problem: Wer soll die obligatorische Rede halten? Zu einer Fahne gehört ein Sprecher, doch keiner der «grimmigen Revolutionäre will sich auf dem Schlachtfeld der Reden messen. Es ist schliesslich der junge Karl, der auf dem Schützenfest für die Alten einspringt und die Gunst der Stunde nutzt.

